Vortragsprogramm der
Walter-Hohmann-Sternwarte
Herbst 2016
 

Die Vorträge finden, soweit nicht besonders gekennzeichnet, in den Räumen der Walter-Hohmann-Sternwarte statt!

Die grün gekennzeichneten Vorträge sind ein zusammenhängendes Seminar. Hörer müssen sich an der Volkshochschule Essen einschreiben und dort ein Entgeld entrichten.

Bei klarem Wetter: Mittwochs ab 20:00 Uhr (bzw. nach Einbruch der Dunkelheit während der Sommermonate) sowie nach den Vorträgen: Himmelsbeobachtung 
Von Mitte Mai bis Ende August sonntags von 14:00 -16:00 Sonnenbeobachtung (bei wolkenlosen bzw. leicht bewölktem Himmel)

 
Freitag,
16.09.16, 20:00 Uhr

Der Sternenhimmel über der Metropole Ruhr; Astronomische Ereignisse von September 2016 bis März 2017

Nach einem kurzen Rückblick über astronomische Glanzpunkte des vergangenen Halbjahres fasst der Vortragende die Ereignisse am Sternenhimmel zusammen, welche uns in den kommenden Monaten bevorstehen. Außerdem wird gezeigt, welche Gestirne günstig zu sehen sind. Wann ist eine Sonnen- oder Mondfinsternis in Essen zu sehen? Welche Sternbilder sind sichtbar? Wo sind die Planeten am Himmel zu finden? Der Vortrag gibt Antworten und regt zu eigenen Beobachtungen an.

Helmut Metz,
WHS Essen
     
Mittwoch,
05.10.16, 20:00 Uhr

Rosetta - Europas Kometenjäger

Nach drei Jahren ereignet sich am 28. September endlich wieder eine totale Mondfinsternis, die auch in Deutschland zu beobachten ist. Wenn der Himmel mitspielt, wird dann ein eindrucksvolles Naturschauspiel zu erleben sein - der sich verdüsternde Mond wird zum sogenannten Blutmond.
Der Vortrag nimmt dieses Ereignis zum Anlass, über Mondfinsternisse ganz allgemein zu berichten und sie mit in Essen aufgenommenen Fotos zu veranschaulichen. Welche Typen gibt es, wie kommen sie zustande und wie kann ich sie beobachten? Und wie kann ich dieses Ereignis mit einfachen Mitteln oder auch mit anspruchsvoller Ausrüstung fotografieren? Im Besonderen wird die kommende Finsternis am 28. September in ihrem Ablauf beschrieben und dazu spezielle Beobachtungstipps gegeben.

Detlef Steinen,
WHS Essen
     
Freitag,
07.10.16, 20:00 Uhr

Unsere Sonne – wie ist sie aufgebaut und wie funktioniert sie?

In diesem Vortrag wird anschaulich erklärt, wie unsere Sonne entstanden ist, wie ihr innerer Aufbau aussieht und wie sie „funktioniert“.
Sonnenphänomene werden mit eindrucksvollen Bildern gezeigt.
Des Weiteren wird der 11-jährige Sonnenzyklus erklärt und Schwankungen in der Sonnenaktivität dargestellt, welche möglicherweise auch Auswirkungen auf unser Klima haben können.

Klaus Becker,
Volkssternwarte
Ennepetal
     

Mittwoch,
02.11.16, 20:00 Uhr

Einführung in die Astronomie,
Teil 1 - Optische Instrumente


Der Nachthimmel bietet schon mit bloßem Auge einen grandiosen Anblick. Mit der Erfindung des Teleskopes wurde dieser Blickwinkel deutlich erweitert. Erfahren Sie in Bild und in Natura, welche Möglichkeiten es gibt, den Tag- und Nachthimmel zu beobachten. Sie werden verschiedene Teleskoparten anfassen und bei klarem Himmel auch ausprobieren können.
Detlef Steinen,
WHS Essen
     
Freitag,
04.11.16, 20:00 Uhr

Einfache Beobachtungen am Mond und weit reichende Folgerungen

Der Mond ist astronomisch Interessierten so vertraut, dass sie ihn oft nicht mehr richtig beachten. Dabei können beim aufmerksamen Beobachten mit bloßen Augen oder mit Fernglas und beim Fotografieren mit einfacher Kamera, eventuell mit kleinem Fernrohr, verblüffende Fragen auftauchen, deren Antwort auch für Experten nicht leicht zu finden ist. Zum Beispiel: Warum schielt der Mond an der Sonne vorbei? Was hat ein Mondaufgang mit der Entfernung des Mondes zu tun? Was verraten die Phasengestalten des Mondes über die Größe des Sonnensystems?
Diese und ähnliche Fragen und Überlegungen sollen die Zuhörerinnen und Zuhörer anregen, sich dem Mond mal wieder mit Herz, Gefühl und Verstand, mit bloßen Augen oder Fernglas und mit Kamera oder Teleskop zu widmen.

Prof. i.R. Dr. Udo
Backhaus,
Universität
Duisburg-Essen

     

Mittwoch,
09.11.16, 20:00 Uhr

Einführung in die Astronomie,
Teil 2 - Orientierung am Sternenhimmel

An diesem Abend geht es um das Hilfsmittel, das für den Himmelsbeobachter wohl eine ähnliche Bedeutung hat, wie die Wasserwaage für den Maurer: Die drehbare Sternenkarte. Ausgehend von Aufbau und Bedienung solch einer drehbaren Sternenkarte geht es auf zu Streifzügen über den Sternenhimmel mit seinen jahreszeitlich typischen Orientierungspunkten. Dabei haben die Teilnehmer anhand von praktischen Übungen die Möglichkeit, die Sternbilder der Karte am Himmel wiederzufinden, oder die Sterne des Himmels mit Hilfe der Karte zu identifizieren.

Klaus Augustin,
WHS Essen
     

Freitag,
11.11.16, 20:00 Uhr

Einführung in die Astronomie,
Teil 3 - Der Lauf von Sonne, Mond und Planeten

Wer regelmäßig seine Augen zum Himmel richtet, wird oft mit faszinierenden Himmelsanblicken belohnt, bei denen sich helle Planeten untereinander oder mit dem Mond am irdischen Firmament treffen. Dazu kommt an diesem Abend neben der drehbaren Sternenkarte mit einem astronomischen Jahrbuch ein weiteres, wichtiges Hilfsmittel zum Einsatz. Neben dem Erkennen der Tierkreissternbilder und der Unterscheidung zwischen Planeten und Sternen ist an diesem Abend die Begriffserklärung und die Nutzung der Daten aus einem astronomischen Jahrbuch ein Schwerpunkt.

Klaus Augustin,
WHS Essen

     
Mittwoch,
16.11.16, 20:00 Uhr

Einführung in die Astronomie,
Teil 4 - Deep Sky, was ist das?

Außerhalb unseres Sonnensystems wartet eine faszinierende Welt auf den Beobachter. Erfahren Sie in diesem Vortrag, welche Objekte wir beobachten können und was sie tatsächlich sind. Zusätzlich bekommen Sie Informationen, welche Ausrüstung nötig ist, um 'Deep Sky' beobachten zu können. Bei Interesse bekommen Sie auch Informationen zur Astrofotografie.

Detlef Steinen,
WHS Essen

     
Mittwoch,
23.11.16, 20:00 Uhr

Gravitationswellen-Astronomie ein neues Fenster zum Universum

Hundert Jahre nachdem Albert Einstein die Existenz von Gravitationswellen als Konsequenz der Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagt hat, ist es 2015 gelungen, sie erstmals direkt zu messen. Gravitationswellen sind wandernde Verzerrungen der Raumzeit-Geometrie. Auslöser der Gravitationswellen, die im September 2015 gemessen wurden, war die Verschmelzung von zwei sich umeinander bewegenden Schwarzen Löchern in 1.3 Milliarden Lichtjahren Entfernung. Einen indirekten Hinweis auf die Existenz von Gravitationswellen gab es zwar schon durch langjährige Beobachtungen eines Doppelsternsystems, bestehend aus zwei sich umkreisenden Neutronensternen, aber die mit dem LIGO (Laser Interferometer Gravitation Wave Observatory) gemessenen Gravitationswellen öffnen ein neues Beobachtungsfenster in den Kosmos. Die Entdeckung ist der Beginn der Gravitationswellen-Astronomie, die wesentlich zur Aufklärung der dunklen Seite des Universums beitragen wird. Vergleichbar ist dieser Schritt mit der vor etwa 400 Jahren begonnenen teleskopischen Exploration des Universums durch Galilei im Licht der elektromagnetischen Wellen. Auch der Urknall, der vor 13,8 Milliarden Jahren stattfand, sandte Gravitationswellen aus. Ihr Nachweis ist eine Aufgabe der Zukunft.

Prof. i.R. Dr. Hans-
Joachim Blome,
Aachen

     

Freitag,
25.11.16, 20:00 Uhr

Sternstunden – Landschaften im Rhythmus des Kosmos

Das Sternenmeer der Milchstraße, der Tanz der Polarlichter, das Wechselspiel von Tag und Nacht: Diese und viele weitere Motive hat der Zeitraffer-Fotograf Bernd Pröschold in bis zu 24-stündigen Zeitraffervideos festgehalten. Für seine Aufnahmen ist er in einige der entlegensten Regionen der Erde gereist, wo der Sternenhimmel nicht vom Licht der Städte erhellt wird.
Im ersten Teil des Vortrags entführt Bernd Pröschold seine Gäste in südliche Gefilde: Nach Namibia, Chile und auf die Kanarischen Inseln. Der zweite Teil widmet sich dem Sternenhimmel über den Alpen und dem Tanz der Polarlichter über den endlosen Weiten der skandinavischen Gebirgslandschaft.
Die Besucher lernen die wichtigsten Sternbilder und die Entstehung kosmischer Phänomene kennen: Was ist das Nachthimmelsleuchten? Wie entstehen Polarlichter? Und was ist das Zodiakallicht? Außerdem erzählt Pröschold von den teils widrigen Bedingungen, unter denen die Aufnahmen entstanden sind. Wilde Tiere, eisige Kälte und defekte Ausrüstung waren einige der Herausforderungen, die es zu bewältigen galt.
Bernd Pröschold,
Köln
     
Mittwoch,
30.11.16, 20:00 Uhr

Die Bedeutung der Relativitätstheorie für die Astronomie

Eine kurze Einführung in die spezielle Relativitätstheorie soll das Phänomen der Zeitdilatation zeigen. Davon ausgehend ergibt sich, dass ein bewegter Körper eine größere Masse hat, als ein ruhender. Daraus wird gefolgert, dass in der Masse Energie stecken muss. Es wird erläutert, welche Bedeutung E = m c² für die Energieerzeugung der Sterne hat. Nach Veranschaulichung einiger Phänomene des Mikrokosmos wird unter Verwendung der Relativitätstheorie gezeigt, wie sich Licht in Materie verwandeln kann und umgekehrt (Paarerzeugung und Vernichtung). Solche Prozesse spielen auch beim Wärmetransport vom Sterninneren nach außen eine Rolle. Am Beispiel des freien Falls wird möglichst einfach Einsteins Idee der Krümmung des Raums in der vierdimensionalen Raumzeit erläutert. Dies führt, auf die Sterne angewandt, zur Schwarzschildmetrik und zur Existenz schwarzer Löcher. Es wird untersucht, welche Rolle die allgemeine Relativitätstheorie in der Vorstellung vom kosmischen Urknall spielt.

Karl-Heinz Klapdohr,
WHS Essen

     

Freitag,
09.12.16, 20:00 Uhr

James-Webb-Teleskop — das neue HUBBLE?

Im nächsten Jahr soll das James Webb-Teleskop die Nachfolge vom Hubble Space Teleskop antreten.
Können wir wieder so spektakuläre Bilder erwarten? Warum beobachtet es den Infrarothimmel? Wie passt ein Teleskop von 6,5m Spiegeldurchmesser in die Oberstufe eine Rakete? Warum wird es nicht in eine erdnahe Umlaufbahn gebracht? Welche Beobachtungen und Erkenntnisse werden wir mit diesem Teleskop erreichen können?

Dr. Michael Werger,
WHS Essen

     

Mittwoch,
14.12.16, 20:00 Uhr

Auf der Suche nach einer zweiten Erde

Die Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - der sogenannten Exoplaneten - hat in den letzten zwanzig Jahren große Fortschritte gemacht. Dazu hat insbesondere die Raumsonde Kepler beigetragen. Der Vortrag geht auf die Methoden der Suche nach Exoplaneten ein, beschreibt die verschiedenen Typen der bislang gefundenen Objekte und geht der Frage nach, unter welchen Bedingungen Leben im Universum zu vermuten ist. Außerdem werden wichtige Datensammlungen zu den bislang rund 2000 abgesicherten Exoplaneten vorgestellt.

Dr. Udo Siepmann,
WHS Essen