Vortragsprogramm der
Walter-Hohmann-Sternwarte
Herbst 2015
 

Die Vorträge finden, soweit nicht besonders gekennzeichnet, in den Räumen der Walter-Hohmann-Sternwarte statt!

Die grün gekennzeichneten Vorträge sind ein zusammenhängendes Seminar. Hörer müssen sich an der Volkshochschule Essen einschreiben und dort ein Entgeld entrichten.

Bei klarem Wetter: Mittwochs ab 20:00 Uhr (bzw. nach Einbruch der Dunkelheit während der Sommermonate) sowie nach den Vorträgen: Himmelsbeobachtung 
Von Mitte Mai bis Ende August sonntags von 14:00 -16:00 Sonnenbeobachtung (bei wolkenlosen bzw. leicht bewölktem Himmel)

 
Freitag,
11.09.15, 20:00 Uhr

Der Sternenhimmel über dem Ruhrgebiet; Astronomische Ereignisse von September 2015 bis Februar 2016

Nach einem kurzen Rückblick über astronomische Glanzpunkte des vergangenen Halbjahres fasst der Vortragende die Ereignisse am Sternenhimmel zusammen, welche uns in den kommenden Monaten bevorstehen. Außerdem wird gezeigt, welche Gestirne günstig zu sehen sind. Wann ist eine Sonnen- oder Mondfinsternis in Essen zu sehen? Welche Sternbilder sind sichtbar? Wo sind die Planeten am Himmel zu finden? Der Vortrag gibt Antworten und regt zu eigenen Beobachtungen an.

Helmut Metz,
WHS Essen
     
Mittwoch,
23.09.15, 20:00 Uhr

Der Blutmond – eine totale Mondfinsternis über Deutschland

Nach drei Jahren ereignet sich am 28. September endlich wieder eine totale Mondfinsternis, die auch in Deutschland zu beobachten ist. Wenn der Himmel mitspielt, wird dann ein eindrucksvolles Naturschauspiel zu erleben sein - der sich verdüsternde Mond wird zum sogenannten Blutmond.
Der Vortrag nimmt dieses Ereignis zum Anlass, über Mondfinsternisse ganz allgemein zu berichten und sie mit in Essen aufgenommenen Fotos zu veranschaulichen. Welche Typen gibt es, wie kommen sie zustande und wie kann ich sie beobachten? Und wie kann ich dieses Ereignis mit einfachen Mitteln oder auch mit anspruchsvoller Ausrüstung fotografieren? Im Besonderen wird die kommende Finsternis am 28. September in ihrem Ablauf beschrieben und dazu spezielle Beobachtungstipps gegeben.

Jochen Schmitting,
WHS Essen
     
Freitag,
25.09.115, 20:00 Uhr

Himmelsbeobachtung mit dem bloßen Auge

Astronomie braucht nicht nur große Teleskope. Sie fängt damit an, dass man mit den eigenen Augen neugierig zum Himmel schaut. Jahrhundertelang haben die Menschen ohne große Hilfsmittel zum Himmel geschaut und trotzdem interessante Beobachtungen gemacht. Dies ist auch heute noch möglich.
Der Referent gibt eine Reihe von Tipps, wie man sich in der zunächst unüberschaubar großen Zahl von Sternen am Himmel zurecht findet. Zusätzlich wird er Bücher, Computerprogramme und kostenlose Apps für Smartphones vorstellen, die jeden bei der Beobachtung des Himmels unterstützen können.
Was verrät uns die täglich wechselnde Stellung der Sonne am Himmel über die Rotation der Erde? Warum steht der Mond mal ganz hoch oben am Himmel und warum ist er manchmal nur knapp über dem Horizont zu finden?
Schon mit dem bloßen Auge kann man zum Beispiel Doppelsterne aufspüren oder auch die Helligkeitsschwankungen von veränderlichen Sternen registrieren. Die Besucher werden lernen, Sternschnuppen von Satellitenflares zu unterscheiden und die Internationale Raumstation (ISS) von Flugzeugen und anderen Objekten am Himmel.

Wolfgang Dzieran,
Volkssternwarte
Paderborn
     

Freitag,
23.10.15, 20:00 Uhr

Euclid - auf der Suche nach dem dunklen Universum

2020 soll die neue Mission starten und Licht in die dunkle Energie und die dunkle Materie bringen. Was will man messen und wie? Warum vermutet man überhaupt deren Existenz? Was lässt sich damit über das Schicksal unseres Universums sagen?
Dr. Michael Werger,
WHS Essen
     
Freitag,
30.10.15, 20:00 Uhr

Polarlichter

Oft wird vermutet, das majestätische Schauspiel der Polarlichter sei in unseren Breiten nicht zu beobachten. Doch es muss keine Reise ins nördliche Skandinavien sein, um das geheimnisvolle Himmelsleuchten sehen zu können. Auch in Deutschland herrscht zumeist mehrfach im Jahr "Polarlichtalarm".
In seinem Vortrag erklärt der Referent die Vorgänge auf der Sonne, bei denen große Mengen solarer Materie ins All geschleudert werden. Treffen diese Teilchen auf das Magnetfeld der Erde, so kommt es zu Wechselwirkungen, die nicht nur für die faszinierenden Leuchterscheinungen am nächtlichen Himmel verantwortlich sind, sondern auch zu Störungen von Satelliten oder internationalen Kommunikationsverbindungen führen können. Auch die wissenschaftliche Erklärung des gewöhnlich nur in hohen Breiten sichtbaren Polarlichtphänomens stellt einen Schwerpunkt des leicht verständlichen Vortrags dar.
Zusätzlich zeigt der Referent auf, wie jedermann mit Hilfe von aktuellen, öffentlich über das Internet zugänglichen Satellitendaten, einschlägigen Foren sowie einem weit gestreuten Beobachternetzwerk - und natürlich etwas Glück - auch in unseren Breiten Polarlichter zu sehen bekommen kann.

Stefan Krause,
Volkssternwarte
Bonn

     

Mittwoch,
11.11.15, 20:00 Uhr

Unser galaktisches Zentrum - Ein Schwarzes Loch und seine Umgebung

Die Zentralregion unserer Milchstraße in gut 25.000 Lichtjahren Entfernung ist ein ganz besonderes Gebiet. Nirgendwo sonst gibt es so viele Sterne und so viel dichtes Gas, das der Rohstoff für neue Sterne ist. Und im eigentlichen Zentrum lauert eines der bizarrsten Objekte, die wir kennen: Ein Schwarzes Loch, so massereich wie vier Millionen Sonnen.
Das Zentrum der Milchstraße ist unserem direktem Blick durch dichte, undurchsichtige Staubwolken entzogen. Besondere Teleskope, die bei langen Wellenlängen, im Infraroten oder im Radiobereich, arbeiten, sind nötig, um "Durchblick" herzustellen. Dann aber können wir sogar den Einfluss des Schwarzen Lochs auf seine unmittelbare Umgebung beobachten.
Der Vortrag nimmt die Besucher mit auf eine Reise immer näher heran an das Schwarze Loch. Dabei durchqueren wir dichte Sternhaufen, Gas- und Staubwolken, und gelangen schließlich in eine Region, in der der die enorme Schwerkraft des Schwarzen Lochs alle Bewegungen dominiert und so vieles über seine Eigenschaften verrät.

Prof.Dr. Susanne
Hüttemeister,
Planetarium Bochum
     

Mittwoch,
18.11.15, 20:00 Uhr

Praktische Astronomie für Anfänger,
Teil 1: Orientierung am Sternenhimmel

Der Kurs leitet die Teilnehmer an, mit eigenen Beobachtungen in das faszinierende Hobby Astronomie einzusteigen. Bei klarem Wetter können die Teilnehmer das Gelernte durch eigene Beobachtungen an der Sternwarte verifizieren. Am ersten Abend lernen die Teilnehmer Wegweiser am Sternenhimmel kennen, welche bei der Orientierung helfen. Es wird gezeigt, wann und wie man die Planeten am Himmel findet und wie man Sternbilder erkennt. Außerdem gibt der Referent Tipps für die Beschaffung einer Ausrüstung für eigene Beobachtungen.

Helmut Metz,
WHS Essen
     
Freitag,
20.11.15, 20:00 Uhr

Praktische Astronomie für Anfänger,
Teil 2: Die Objekte unseres Sonnensystems

Eine Übersicht über die Objekte unseres Sonnensystems wie Sonne, Mond und Planeten und deren Beobachtung bekommen die Teilnehmer des zweiten Abends. Ausgehend von den Infos, die uns ein astronomisches Jahrbuch bietet, werden den Teilnehmern Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie auch ohne teure Ausrüstung zu eigenen, reizvollen Beobachtungserlebnissen kommen. Was sind Sonnenflecken-Relativzahlen? Wann und wo sind die Planeten zu finden? Wie kommt die Libration des Mondes zustande? Wie zeigen sich die Planeten im kleinen Fernrohr? Das sind einige der Fragen, die diese Veranstaltung beantworten soll.

Klaus Augustin
WHS Essen
     
Mittwoch,
25.11.15, 20:00 Uhr

Praktische Astronomie für Anfänger,
Teil 3: Die Objekte außerhalb unseres Sonnensystems

Bis zu 6.000 Sterne können in einer klaren Nacht an einem dunklen Himmel gesehen werden, der nicht von künstlichen Lichtquellen erhellt wird. Um die Beobachtung dieser fernen Objekte weit außerhalb unseres Sonnensystems und deren Natur geht es an unserem dritten Abend. Warum leuchten Sterne in verschiedenen Farben? Wo findet man die schönsten Doppelsterne? Warum verändern einige Sterne ihre Helligkeit? Aber nicht nur Sterne bevölkern den nächtlichen Sternenhimmel, sondern auch sog. Deep-Sky-Objekte wie offene Sternhaufen, Kugelsternhaufen, Gasnebel und fremde Galaxien. Wo die hellsten von ihnen zu finden und mit welchen Mitteln sie zu finden sind, ist ebenfalls Thema dieses Abends.

Klaus Augustin
WHS Essen

     

Freitag,
27.11.15, 20:00 Uhr

Praktische Astronomie für Anfänger,
Teil 4: Einführung in die Astrofotografie

Ein Teilgebiet, mit welchem sich viele Amateure beschäftigen, ist die Astrofotografie. Sie erlaubt es, die Eindrücke beim Blick durch den Feldstecher oder das Teleskop festzuhalten. Durch die hohe Lichtempfindlichkeit handelsüblicher Kameras kann die Fotografie Objekte und deren Farben sichtbar machen, welche zu schwach für die visuelle Wahrnehmung sind. Der Referent erklärt, wie Anfänger einen Einstieg in die Astrofotografie finden.
Miroslaw Fröhlich
WHS Essen
     
Mittwoch,
02.12.15, 20:00 Uhr

Horoskop und Wirklichkeit

Die Astrologie, die verwirrende Schwester der Astronomie, zieht Millionen Menschen in ihren Bann. Doch wie wird eigentlich ein Horoskop erstellt und wie sieht der Vergleich zum realen Sternenhimmel aus? Was leiten die Astrologen aus den Stellungen der Planeten zum Geburtszeitpunkt ab und was sagen die nüchternen Astronomen dazu? Wie sieht der reale Einfluss auf den Menschen aus? Und warum wollen wir an Horoskope glauben?
Dieser Vortrag setzt beim Teilnehmer keinerlei Vorkenntnisse voraus. Er vergleicht das Bild des Weltalls der Astrologen mit dem der Astronomen. Die wenigen Übereinstimmungen und deutlichen Unterschiede werden anschaulich dargestellt. Ob Sie sich in Ihrem Horoskop wiederfinden und Ihr Leben danach ausrichten möchten, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Dr. Tom Fliege,
Dortmund

     

Freitag,
11.12.15, 20:00 Uhr

50 Jahre Sonnenbeobachtung

Die Sonne, der zentrale, alles dominierende Himmelskörper unsrer näheren kosmischen Umgebung, ist das bei weitem größte Mitglied des Sonnensystems. Sie überstrahlt während ihrer täglichen Sichtbarkeit am Himmel alle anderen Sterne und Planeten. Ausgestattet mit einem geeigneten Schutzfilter werfen Amateurastronomen gerne einen Blick auf die Oberfläche des Sterns, denn die Sonnenflecken zeigen tägliche Veränderungen, und ihre Zahl und Ausdehnung ist ein Maß für die Aktivität unseres Zentralgestirns. Der Referent beobachtet seit seiner Jugend bei geeignetem Wetter regelmäßig die Sonne mit seinem kleinen Teleskop und stellt die Ergebnisse der Wissenschaft zur Verfügung. Darüber hinaus ist er Zeuge zahlreicher totaler Sonnen- und Mondfinsternisse in aller Welt, welche er fotografisch dokumentiert hat und deren schönste er hier vorstellt.

Peter Stolzen,
Astronomischer
Verein Remscheid

     

Freitag,
18.12.15, 20:00 Uhr

Vom geozentrischen Weltbild zur modernen Kosmologie

Bis zum frühen 16. Jahrhundert prägte das geozentrische Weltbild die Astronomie. Kopernikus, Kepler und Galilei stellten diesem das heliozentrische Modell gegenüber. Erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts legten Einstein, Friedmann, Lemaitre und-durch seine Beobachtungen am Mount Wilson-Teleskop- auch Hubble die Grundlagen der modernen Kosmologie. Demnach haben wir es mit einem flachen, beschleunigt expandierenden Universum zu tun, in dem der "Dunklen Energie" und der "Dunklen Materie" eine entscheidende Rolle zufällt, die bis heute nicht umfassend erforscht sind.

Dr. Udo Siepmann,
WHS Essen