Vortragsprogramm der
Walter-Hohmann-Sternwarte
Frühling 2014
 

Die Vorträge finden, soweit nicht besonders gekennzeichnet, in den Räumen der Walter-Hohmann-Sternwarte statt!

Die grün gekennzeichneten Vorträge sind ein zusammenhängendes Seminar. Hörer müssen sich an der Volkshochschule Essen einschreiben und dort ein Entgeld entrichten.

Bei klarem Wetter: Mittwochs ab 20:00 Uhr (bzw. nach Einbruch der Dunkelheit während der Sommermonate) sowie nach den Vorträgen: Himmelsbeobachtung 
Von Mitte Mai bis Ende August sonntags von 14:00 -16:00 Sonnenbeobachtung (bei wolkenlosen bzw. leicht bewölktem Himmel)

 
Mittwoch,
05.03.14, 20:00 Uhr

Neue Großteleskope für Radiowellen

Die nächste Generation von Radioteleskopen sammelt Radiowellen nicht mehr mit einem Metallspiegel, sondern mit einer großen Zahl von einfachen Dipolantennen, die fest auf dem Boden montiert sind. Das erste Radioteleskop dieser neuen Bauweise heißt LOFAR (Low Frequency Array) und arbeitet seit 2010 bei Wellenlängen zwischen 1 und 30 Metern.
40 Stationen wurden in den Niederlanden und 8 in weiteren europäischen Ländern aufgebaut. Die erste deutsche Station steht seit 2007 neben dem 100m-Radioteleskop Effelsberg. LOFAR eröffnet uns den bisher unerforschten Bereich der langen Radiowellen. Dort werden Signale von den ersten Gas-Strukturen im Kosmos, von den ersten Galaxien und aus Magnetfeldern im intergalaktischen Raum erwartet.
LOFAR ist der Prototyp für ein noch größeres Radioteleskop, das Square Kilometre Array (SKA) mit einer Sammelfläche von einem Quadratkilometer und einer Ausdehnung von mindestens 3000 km, das ab 2017 in Südafrika und Australien gebaut werden soll. Die enorme Empfindlichkeit wird es erlauben, bis zu den ersten Milchstraßensystemen im noch jungen Universum vorzustoßen. Das SKA soll fundamentale Fragen der Physik beantworten: Was ist die geheimnisvolle "Dunkle Energie"? Gilt die Allgemeine Relativitätstheorie auch in der Umgebung Schwarzer Löcher? Was ist der Ursprung des kosmischen Magnetismus?

Dr. Rainer Beck,
Max-Planck-Institut
für Radioastronomie,
Bonn
     
Mittwoch,
12.03.14, 20:00 Uhr

Kurs: Einführung in die exotische Welt der Quanten
Teil 1: Die abenteuerliche Entdeckung der Quantenphysik

Der steinige Weg zur Quantenphysik begann mit der Entdeckung des leeren Raums, der Atome und der ersten Elementarteilchen. Es wird das Wechselspiel zwischen Spekulationen, Zufallsentdeckungen, Theoriebildung und gezielten Experimenten (zur Absicherung der Theorien) vorgestellt. Die Wellenfelder, die das statistische Verhalten der Elementarteilchen bestimmen, werden, Feynmans QED (Quantenelektrodynamik) für Laien folgend, durch Einzeigeruhren und zusätzliche Animationen veranschaulicht.
Die zugehörige Mathematik, sofern sie Schulniveau nicht übersteigt, erscheint als Fußnote für Kenner der Materie, steht aber nie im Vordergrund. Wichtig ist mir zu zeigen, in welcher Form sich die „aus dem Trüben gefischte“ aber extrem erfolgreiche Quantenphysik von den Erfahrungen unserer Sinneswelt unterscheidet.

Karl-Heinz
Klapdohr,
WHS Essen
     
Freitag,
14.03.14, 20:00 Uhr

Der Sternenhimmel über dem Ruhrgebiet

Astronomische Ereignisse im Frühjahr/Sommer 2014
Nach einem kurzen Rückblick über astronomische Glanzpunkte des vergangenen Halbjahres fasst der Vortragende die Ereignisse am Sternenhimmel zusammen, welche uns in den kommenden Monaten bevorstehen. Außerdem wird gezeigt, welche Gestirne günstig zu sehen sind. Wann ist eine Sonnen- oder Mondfinsternis in Essen zu sehen? Welche Sternbilder sind sichtbar? Wo sind die Planeten am Himmel zu finden? Der Vortrag gibt Antworten und regt zu eigenen Beobachtungen an.

Helmut Metz
WHS Essen
     

Mittwoch,
19.03.14, 20:00 Uhr

Kurs: Einführung in die exotische Welt der Quanten
Teil 2: Die Bedeutung der Quantenphysik für die Technik

Unter anderem kommen die Altersbestimmung von Stoffen, die Spektralanalyse, Halbleiter als Basis unserer Elektronik, sowie die Kernspintomographie zur Sprache.

Karl-Heinz
Klapdohr,
WHS Essen
     
Freitag,
21.03.14, 20:00 Uhr

Die verpassten Entdeckungen der Amateur-Astrofotografen

Amateur-Astrofotografen trachten überwiegend nach "pretty pictures" von aussagekräftigen, farblich ansprechenden Motiven. Bildwirkung ist alles - wobei der wissenschaftliche Aspekt nur in den seltensten Fällen Beachtung findet. Und so kommt es hin und wieder vor, dass interessante Objekte übersehen werden. Der Vortrag zeigt anhand von Beispielen aus dem Fundus der VdS-Fachgruppe Astrofotografie, dass sogar neue Entdeckungen durch Amateure verpasst wurden, einfach weil man seine Aufnahmen nicht genügend "unter die Lupe" genommen hat.

Peter Riepe,
VdS-Fachgruppe
Astrofotografie,
Bochum

     

Mittwoch,
26.03.14, 20:00 Uhr

Kurs: Einführung in die exotische Welt der Quanten
Teil 3: Die Quantenphysik als wichtiger Eckpfeiler der Astronomie

Hier bietet es sich an, auf den Tunneleffekt in Zusammenhang mit der Kernfusion einzugehen. Wichtig ist auch der Energietransport in den Sternen, der auf quantenmechanischen Effekten beruht. Darüber hinaus sind Neutronensterne Gebilde, deren Existenz aus der Quantenphysik folgt, und deren Existenz von den Astronomen indirekt nachgewiesen werden konnte. Die Altersbestimmung von Stoffen (Teil 2) lässt auch eine Altersbestimmung des Sonnensystems
zu.

Karl-Heinz
Klapdohr,
WHS Essen
     

Freitag,
28.03.14, 20:00 Uhr

Astronomische Bewegungen im Zeitraffer

In der Astronomie sind die Dimensionen bekanntlich gigantisch. Bis auf den Lauf der Sonne, dem Mond und der Sterne am Himmel erkennt man direkt keine Bewegung. Erst nach Stunden, Tagen oder Monaten kann man deutliche Bewegungen erkennen. Der Zeitraffer ermöglicht diese Bewegungen deutlich zu zeigen. Sei es die abschmelzende Polkappe, das Blubbern der Sonnengranulation oder der kristallklare Nachthimmel in alpinen Regionen.

Michael Kunze,
Moerser
Astronomische
Organisation
     
Mittwoch,
02.04.14, 20:00 Uhr

Kurs: Einführung in die exotische Welt der Quanten
Teil 4: Die Bedeutung von Quanten und Feldern für das heutige Weltbild

Aufbauend auf Teil 1 wird ein kurzer Überblick über die klassischen Weltbilder von der Antike bis ins 19. Jahrhundert gegeben. Anschließend werden die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der Berechenbarkeit in der Quantenphysik aufgezeigt und ihre philosophische Bedeutung diskutiert. Hierbei ist die Verschränkung von Quantensystemen ein wichtiger Aspekt. Es müssen auch Systeme fern ab vom Gleichgewicht, zu denen wir Lebewesen gehören, in die Überlegungen einbezogen werden, deren Verhalten sich weder aus der klassischen Physik, noch aus der Quantenphysik herleiten lässt. Die Erkenntnisse der Quantenphysik können aber auch nicht einfach ignoriert werden.

Karl-Heinz
Klapdohr,
WHS Essen
     
Freitag,
04.04.14, 17:00 Uhr

Programm für Kinder, Jugendliche und Eltern:
Per Anhalter durch die Galaxis

Die Walter-Hohmann-Sternwarte nimmt die Zuhörer mit auf eine spannende Reise: ausgehend von unserer kosmischen Heimat, dem Sonnensystem mit seinen 8 Planeten, fliegen wir zu fernen Galaxien, Sternen und Schwarzen Löchern. Was ist Schwerkraft? Warum fällt uns der Mond nicht auf den Kopf? Auf viele neugierige Kinder von 8-12 Jahren freuen sich die Mitarbeiter der WHS.

Achtung: Um zu vermeiden, dass die Zuhörerzahl unsere Platzkapazitären überstegt, bitten wir Sie hier um eine kurze Benachrichtigung.

Martina Mouson,
WHS Essen

     

Freitag,
11.04.13, 20:00 Uhr

Die spannende Geschichte der Herstellung des "Großen Azimutal Teleskops" (BTA)

Die Sowjetunion im Jahr 1975. In den Bergen des Kaukasus wurde das 6-Meter-Alt-Azimut-Teleskop (BTA) erbaut. Dieses Teleskop ist ein Unikat und war bis 1993 das größte Fernrohr der Welt mit dem 42 Tonnen schweren monolithischen Borsilikatglasspiegel. Es war eine Pionierleistung in Optik und Technik für die Astronomie des letzten Jahrhunderts. Trotz der 600 Tonnen Gewicht hat das Teleskop eine unglaubliche Genauigkeit von der Herstellung der mechanischen Teile. Es ist ein einzigartiges Alt-Azimut-Design mit zwei Achsen in der Rotation. Das ist jetzt eine allgemein anerkannte Bauart für die Montierungen der großen Teleskope. Das BTA war sehr erfolgreich und nach der Modernisierung mit einer geänderten Elektronik ist dieses Teleskop noch leistungsfähiger geworden. Jede klare Nacht öffnet sich der Spalt und der große Spiegel schaut auf weit entfernte Galaxien, um neue Erkenntnisse über das Universum zu gewinnen.

Dr. Helena Relke,
WHS Essen
     
Freitag,
16.05.14, 20:00 Uhr

Star Trek - Auf der Suche nach den "Anderen"

Was wissen wir eigentlich wirklich über Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die ja offenbar so zahlreich im Star Trek-Universum zu finden sind? Und wieviele von ihnen sind dann „Klasse M“? Das Universum hat eine gigantische Ausdehnung. Man braucht schon den „Warp-Antrieb“, um die riesigen Entfernungen zu überbrücken. Doch wie funktioniert der eigentlich, und warum kann man nicht einfach nur „besonders schnell“ fliegen? Und wer möchte nicht gerne einmal eine Zeitreise machen? All dies und noch vieles mehr wird im Vortrag aufgeklärt.

Prof. Dr. Metin
Tolan, Technische
Universität
Dortmund

     

Mittwoch,
21.05.14, 20:00 Uhr

Sternbilder und ihre mythologischen Bedeutungen im klassischen Altertum

Was haben sich die alten Griechen beim Anblick des Sternenhimmels gedacht? Welche Geschichten verbanden sie mit den Sternbildern, die wir auch heute noch in sternenklaren Nächten bewundern können? Als Zeus noch die Geschicke der Menschheit bestimmte und Götter auf Erden wandelten und Helden Meeres – und andere –Ungeheuer bezwangen, Jäger dem goldenen Flies nachjagten , Krieger manche Schlachten schlugen, geflügelte Pferde, Nymphen und Sirenen die Erde bevölkerten, da entstanden die Geschichten an den Lagerfeuern der griechischen Antike. Tauchen Sie ein in eine Zeit, da das Wünschen noch geholfen hat...

Annegret Bruns,
WHS Essen

     

Freitag,
23.05.14, 20:00 Uhr

Astrofotografie mit Schmalbandfiltern

Die immer weiter zunehmende Lichtverschmutzung in Deutschland setzt der Astrofotografie klare Grenzen. Durch den Einsatz spezieller Stadtlichtfilter ist man inzwischen aber in der Lage auch aus mäßig lichtverschmutzten Regionen noch qualitativ gute Aufnahmen zu gewinnen. In direkter Großstadtnähe kommen jedoch auch diese Filter an ihre Grenzen. Will man auch aus der Großstadt heraus Astrofotografie betreiben, ist man daher auf noch engbandigere Filterung angewiesen.
Der Vortrag beschreibt die Wirkungsweise der sog. Schmalband- oder Linienfilter, ihre Einsatzmöglichkeiten aber auch ihre Grenzen bei der Fotografie von DeepSky-Objekten. Es wird auf die verschiedenen Möglichkeiten der Bildbearbeitung eingegangen - sowohl als alleinstehende Schwarzweißaufnahme, in Kombination mit "normalen" Astrofotos, als auch die Erstellung von Falschfarbenbildern, die die Verteilung der verschiedenen chemischen Elemente in einem Himmelsareal dokumentieren. Astrofotos die der Referent an seiner Sternwarte inmitten des Ruhrgebietes aufgenommen hat, dokumentieren die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten.

Axel Martin,
Turtle Star
Observatory
Mülheim (Ruhr)

     

Mittwoch,
04.06.14, 20:00 Uhr

Astrofotografie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera, Teil 1

Viele, die sich mit der Astronomie beschäftigen, hegen oftmals den Wunsch nach eigenen Bildern des nächtlichen Firmaments. Sich diesen Wunsch zu erfüllen ist gar nicht so schwer und auch zunächst mit kleinem Equipment möglich.
Ob einfache Einzelaufnahmen von Sternbildern, der Milchstraße, Konstellationen, Strichspur- oder Timelapseaufnahmen, all das ist im ersten Schritt machbar und bedarf keiner großen Investition.
Im zweiteiligen Vortrag erhalten Sie einen Einblick in die theoretischen Grundlagen. Die Aufnahmetechniken und die bildbearbeitenden Schritte lernen Sie anhand tatsächlich erstellter (Roh-)Aufnahmen kennen. Darüber hinaus bekommen Sie wertvolle Tipps zu Equipment, Software, Literatur und lohnenden Objekten am Himmel. Wollen Sie schwächere Objekte aufnehmen, dann folgen im zweiten Teil (siehe unten) die nachgeführten Aufnahmen.

Miroslav Fröhlich,
WHS Essen

     

Freitag,
06.06.14, 20:00 Uhr

Astronomische Uhren – Abbilder des bewegten Himmels

Im Mittelalter wurden in vielen Hansestädten kunstvolle astronomische Uhren geschaffen. Sie stellen das geozentrische Weltbild in Form eines drehbaren Astrolabiums dar, welches die Sonnenzeit, die Sternzeit, den Stand von Sonne und Mond, bisweilen auch den der Planeten im Tierkreis, anzeigt.
Besonders herausragende Uhren, die sowohl die Planetenstellung als auch die astrologischen Stundenregenten u.v.m. auf mechanische Weise berechneten und darstellten, befanden sich in der Marienkirche in Lübeck (im 2. Weltkrieg zerstört) und im Dom zu Münster.
Die Münsteraner Uhr - die zeigerreichste astronomische Uhr des Mittelalters und bedeutendstes astronomiegeschichtliches Objekt Westfalens - wird in diesem Vortrag besonders ausführlich besprochen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie mehrfach restauriert und auch umgestaltet, so dass sie in verschiedenen Bedeutungsschichten den künstlerischen Vorstellungen und dem Weltbild der jeweiligen Zeit angepasst wurde, was auch ihr heutiges Aussehen noch prägt. Durch die letzte große Renovierungsaktion um 1930 wurde sie vor dem Verfall gerettet und für die Nachwelt erhalten. Jedoch erfolgten bei dieser Renovierung auch heute nicht mehr gerechtfertigt erscheinende Eingriffe in das ursprüngliche Konzept der mittelalterlichen Großuhr.

Dr. Burkard
Steinrücken,
Volkssternwarte
Recklinghausen

     

Freitag,
13.06.14, 20:00 Uhr

Astrofotografie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera, Teil 2

Aufbauend auf den ersten Teil (siehe oben) konzentriert sich dieser Vortrag auf die Fotografie lichtschwacher Objekte am Himmel.

Miroslav Fröhlich,
WHS Essen

     

Freitag,
27.06.14, 20:00 Uhr

Vom geozentrischen Weltbild zur modernen Kosmologie

Bis zum frühen 16. Jahrhundert prägte das geozentrische Weltbild die Astronomie. Kopernikus, Kepler und Galilei stellten diesem das heliozentrische Modell gegenüber. Erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts legten Einstein, Friedmann, Lemaitre und-durch seine Beobachtungen am Mount Wilson-Teleskop- auch Hubble die Grundlagen der modernen Kosmologie. Demnach haben wir es mit einem flachen, beschleunigt expandierenden Universum zu tun, in dem der "Dunklen Energie" und der "Dunklen Materie" eine entscheidende Rolle zufällt, die bis heute nicht umfassend erforscht sind.

Dr. Udo Siepmann,
WHS Essen