Die Planeten im Juni
 
Merkur

Der sonnennächste Planet Merkur steht am 6. in oberer Konjunktion zur Sonne. Er gewinnt östlichen Abstand von der Sonne und bietet aufgrund seiner Helligkeit und weit nördlichen Stellung zumindest für ein paar Tage eine bescheidene Sichtchance. Ungefähr ab den 17. wird es für erfahrene Beobachter mit Hilfe eines Feldstechers möglich sein, Merkur bei klarer Sicht bis in die ersten Julitage hinein zu verfolgen. Allerdings ist eine maximale Sichtbarkeitsdauer von rund 15 Minuten zwischen dem 20. und dem 29. sehr überschaubar, und man muss schon sehr horizontnahe in der nordwestlichen Abenddämerung Ausschau halten, gute Sichtbedingungen natürlich vorausgesetzt. Leider entfällt dieses mal eine zunehmende Mondsichel als Aufsuchhilfe. Lediglich die etwas weiter entfernte Venus bietet sich als Aufsuchhilfe an. Der Merkuruntergang erfolgt am 17. um 23:01 Uhr, verspätet sich bis auf 23:18 Uhr zwischen dem 26. und 28. und verfrüht sich bis zum 30. wieder leicht auf 23:16 Uhr.

Planetenlauf Merkur von Mitte Juni bis Mitte September durch die Sternbilder Zwillinge, Krebs und Löwe

Merkur und Venus abends am 25. Juni

Sichtbarkeitsdiagramm Merkur



Venus

Venus ist weiterhin Abendstern. Allerdings verliert sie im Monatsverlauf deutlich an Glanz. Die Venus läuft von den Zwillingen durch den Krebs bis an die Grenze zum Sternbild Löwe. Dabei vergrößert sie zwar ihren östlichen Abstand zur Sonne im Monatsverlauf von 34° bis auf mehr als 40°, verliert aber gleichzeitig auch deutlich von +24°30' bis auf +16°37' an Deklination, was ihre Sichtbarkeitsdauer trotz wachsendem Abstand zur Sonne schrumpfen lässt. So kann die Venus zu Monatsbeginn knapp 2 1/2 und am Monatsende nur noch 1 3/4 Stunden gesehen werden. Der Venusuntergang erfolgt vom 1. bis zum 8. um 0:25 Uhr und verfrüht sich bis zum Monatsende auf 0:01 Uhr.

Planetenlauf Venus von Mai bis Juli durch die Sternbilder Stier, Zwillinge, Krebs und Löwe

Mond und Venus abends am 16. Juni

Sichtbarkeitsdiagramm Venus



Mars

Der rote Planet Mars läuft nun zu seiner Höchstform auf. Er bremst seine west-ostwärts gerichtete Bewegung im Sternbild Steinbock deutlich ab und wird am 28. rückläufig. Gleichzeitig steigert Mars noch einmal kräftig seine Helligkeit. Zu Monatsbeginn noch deutlich lichtschwächer als Jupiter, zieht Mars im Laufe des Monats mit Jupiter als zweithellsten Planet hinter der Venus gleich. Wenn es morgens hell wird, finden wir Mars zu Monatsbeginn kurz vor, zur Monatsmitte während, und zum Monatsende hin kurz nach seiner Höchststellung im Süden, die allerdings wegen seiner südlichen Stellung mit kaum mehr als 16° sehr bescheiden ausfällt. Immerhin verfrüht sich der Marsaufgang von 1:24 Uhr zu Monatsbeginn über 0:43 Uhr am 15. bis auf 23:51 Uhr am 30. in die späten Abendstunden.

Planetenlauf Mars von April bis November durch die Sternbilder Schütze und Steinbock

Mond mit Mars, Saturn und Jupiter morgens am 3. Juni

Sichtbarkeitsdiagramm Mars



Jupiter

Jupiter hat seine Opposition gerade hinter sich und kann zumindest noch während der ersten Monatshälfte die ganze Nacht über gesehen werden. Ab der 2. Monatshälfte beginnt Jupiter, sich vom Morgenhimmel zurückzuziehen. Wenn es abends dunkel wird, finden wir Jupiter zu Monatsbeginn in südöstlicher Richtung vor, zur Monatsmitte hin während seiner Höchststellung in südlicher Richtung und zum Monatsende danach in südwestlicher Richtung. Leider steigt Jupiter wegen seiner südlichen Position auch bei seiner Höchststellung nicht mehr als 23° über dem Horizont. Gut lässt sich aber die rückläufige Jupiterbewegung an Zuben Elgenubi verfolgen, den Jupiter am 6. mit knapp 2 Vollmonddurchmessern Abstand nördlich passiert. Im letzten Monatsdrittel bremst Jupiter dann seine rückläufige Bewegung deutlich ab. Der Jupiteruntergang erfolgt am 15. um 3:33 Uhr und am letzten Tag des Monats um 2:32 Uhr.

Planetenlauf Jupiter von November 2017 bis Oktober 2018 durch das Sternbild Waage

Mond mit Jupiter morgens am 24. Juni

Sichtbarkeitsdiagramm Jupiter



Saturn

Saturn steht am 27. in Opposition zur Sonne. Für den Beobachter heißt das: Günstigste Beobachtungszeit die ganze, im Moment aber auch recht kurze Nacht über, Aufgang mit Sonnenuntergang, Untergang mit Sonnenaufgang, Höchststellung im Süden gegen Mitternacht, und das bei maximaler Helligkeit und minimaler Entfernung zur Erde, die in diesem Jahr 1354 Millionen km beträgt. Da Saturn erst Mitte April seinen sonnenfernsten Bahnpunkt durchlaufen hat, ist das der größtmögliche Wert für eine Oppositionsentfernung. Darüber hinaus nimmt Saturn dieses Jahr seine südlichste Oppositionsstellung ein, wobei er selbst bei seiner Höchststellung keine 17° Höhe über dem südlichen Horizont erreicht. Während der nächsten Jahre werden die Oppositionsentfernungen wieder kleiner, gleichzeitig erreicht Saturn dann langsam auch wieder größere Höhen über dem Horizont.

Planetenlauf Saturn im Jahr 2018 durch das Sternbild Schütze

Mond mit Saturn morgens am 1. Juni
Mond mit Saturn morgens am 28. Juni

Sichtbarkeitsdiagramm Saturn



Die Fernglasplaneten Uranus und Neptun

Die beiden Fernglasplaneten melden sich nun wieder bescheiden am Morgenhimmel an und können im letzten Monatsdrittel vor Eintritt der Morgendämmerung erstmals wieder für 10 bis 45 Minuten mit Aussicht auf Erfolg gesucht werden. Der etwas hellere und grünliche Uranus geht am 20. um 2:35 Uhr und am 30. um 1:56 Uhr auf, der lichtschwächere und bläuliche Neptun überschreitet am 20. um 1:19 Uhr und am 30. um 0:40 Uhr die Horizontlinie. Dabei ist jedoch zu beachten, dass es bei Uranus rund eine 3/4 Stunde und bei Neptun eine knappe Stunde nach dem Aufgang dauert, bis sich die lichtschwachen Planeten weit genug über dem Horizontdunst erhoben haben, um gefunden werden zu können. Am 23. wird der sonnenfernste Planet Neptun rückläufig und leitet damit seine Oppositionsperiode ein.

Planetenlauf Uranus von Mai 2018 bis Ende April 2019 an der Sternbildgrenze Fische / Widder
Planetenlauf Neptun von Mai 2018 bis Ende April 2019 im Sternbild Wassermann

Uranus und Neptun morgens am 30. Juni

Sichtbarkeitsdiagramme Uranus und Neptun